Universitätskinderklinik Oststraße

Leipzig als Ort der Verbrechen

In Leipzig gab es zwei "Kinderfachabteilungen" (HPA Leipzig Dösen und Kinderklinik Oststraße)-Kliniken die 1940 zu Tötungseinrichtungen umfunktioniert wurden. Bis heute wird vermutet, dass schon vor dem Beginn der reichsweiten Aktion, in der Klinik in der Oststraße - unter Leitung des damaligen Klinikleiters Werner Catel - ein erstes Kind mit Zustimmung Hitlers getötet worden ist.

Entdeckung der Orte - Schulprojekt "Youth Start" 2010

aktives Gedenken

Mit der Hompage sollen Projekte und Gedenkorte vorgestellt werden, die durch eine aktive Erinnerungskultur gekennzeichnet sind.  Schüler, Lehrer, Historiker und Bürger haben die historischen Ereignisse so aufarbeitet, dass sie der Öffentlichkeit zugänglich sind und  dem Gedenken an die Opfer der Verbrechen (und deren Familien) einen würdigen Rahmen geben.

Gertrud Oltmanns (geb. 17.10.1937 verst. 8.5.1943)

Geheime Verbrechen

Behinderte Kinder wurden in einem geheimen Reichserlass von 1939 sytsematisch - an die Gesundheitsämter von Ärzten und Hebammen gemeldet - erfasst und sollten getötet werden. Den Familien war dies oft nicht bekannt, sie wurden in dem Glauben gelassen, dass die Kinder an Infektionskrankheiten verstorben seien. Erst mit der Veröffentlichung der Recherchen haben viele Famlien Klarheit über die begangenen Verbrechen bekommen.

Willkommen auf der Homepage des Gedenkortes für die Kindereuthanasieverbrechen in Leipzig

Gedenkort im Friedenspark

"Das ist die Wiese Zittergras und das der Weg Lebwohl..." der Vers aus dem Gedicht von Christine Lavant ist Grundmotiv und Eingangstext für einen Gedenkort, der seit 2011 im Leipziger Friedenspark an die Verbrechen erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus an behinderten Kindern und deren Familien begangen worden sind. Diese Homepage soll die notwendigen Erklärungen und Hintergründe, sowie Material zu dem Gedenkort bieten und Hinweise geben, wo es noch andere Orte in Leipzig gibt, die dem Gedenken an diese Verbrechen gewidmet sind.

Die Homepage wurde in verschiedenen Zeitphasen von Schülern und Studenten in Projekten entwickelt und fußt in großen Teilen auf einer 2007 entwickelten Ausstellung ("505 Kindereuthansieverbrechen in Leipzig. Eine Erinnerung. Schüler auf der Suche nach verblassten Spuren."), die kurz nach der Eröffnung in verschiedenen Leipziger Schulen gezeigt wurde und eine große Resonanz gefunden hat.

Opfer

Erika wurde am 24. April 1939 geboren. Ihr Vater Max ist Reichsgerichtsrat. Am 27. Mai 1942 wird Erika in die Universitäts-Nervenklinik aufgenommen. Am 2. Juni 1942 wird Erika wegen Erworbener Idiotie in die Heil- und Pflege- Anstalt Leipzig-Dösen eingeliefert. Die Eltern fürchten wohl um ihren Ruf, deshalb soll die Klinik die Post in neutralen Umschlägen versenden.

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Literatur

"505 Kindereuthanasieverbrechen in Leipzig. Verantwortung und Rezeption." (Lahm, B.; Seyde,Th.; Ulm, E. - Hrsg.) ist der Titel der Veröffentlichung die die wesentliche wissenschaftliche Erkenntnisse und auch die Leipziger Ausstellung zu den Kindereuthanasieverbrechen aufgenommen hat.

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Täter

Am 27. Juni1894 wurde Werner Julius Eduard Catel in Mannheim geboren. Im Jahre 1910 kam er zum ersten Mal mit dem Euthanasiegedanken in Berührung, indem er nach eigenen Angaben aktive Sterbehilfe für die Großmutter leistete. Im folgenden wird Werner Catels wissenschaftliche und berufliche Karriere und seine Rolle als Schlüsselfigur der NS- Euthanasieverbrechen dargelegt.

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