Irene Susanne

8 Jahre, † 9. Juni 1942

 

Irene Susanne wird am 18. März 1934 in Leipzig geboren. Das Mädchen hat zwei Geschwister. Ihre Mutter heißt Frieda, Vater Arthur ist Eisendreher. Am 11. März 1937 wird sie in der Anstalt Chemnitz/Altendorf aufgenommen. Die Ärzte diagnostizieren bei Irene Susanne Schwachsinn, Lähmung der Beine und eine Blasen-Mastdarmlähmung. Das kleine Mädchen kann seinen Harnabsatz nicht kontrollieren. Ihre Beine wurden nach der Geburt operiert, jedoch würde sie nie laufen oder stehen können. Nach Ansicht der Ärzte waren die Krankheiten bedingt durch eine leicht debile Erkrankung der Mutter und Trunksucht des Vaters: „Nach unseren Unterlagen soll die Mutter leicht debil sein, der Vater und dessen Brüder trinken, ebenso auch der Vater des Vaters.“

Im Juni 1937 schreibt der Anstaltsdirektor an das Fürsorgeamt der Stadt Leipzig: „Geistig hat sich das Kind in letzter Zeit etwas entwickelt, denn es ist jetzt freier und zugänglicher, antwortet auch auf Fragen und nennt die Namen sämtlicher Kinder ihres Saales. Das Mädchen wird immer pflegebedürftig bleiben und es ist zunächst noch in der Anstalt am besten aufgehoben.“ Im Mai 1940 wird Irene nach Arnsdorf verlegt und die Eltern erhalten Ende November 1940 einen Brief, der sie über den Zustand ihrer kleinen Tochter unterrichtet: „Auf Ihre Anfrage teilen wir Ihnen mit, daß der Zustand Ihrer Tochter Irene durchaus befriedigend ist. Das Kind beschäftigt sich sehr nett mit Spielen, hat im Sprechen und Laufen geringe Fortschritte gemacht.“ Am 6. Dezember werden die Eltern über Scharlachfälle in der Abteilung informiert und gebeten, „vorläufig vom Besuch Ihres Kindes abzusehen“.

Am 2. Januar 1941 erfahren die Eltern, „dass eine Beurlaubung Ihrer kleinen Irene vorläufig nicht möglich ist, da die Abteilung noch gesperrt ist. Nach Aufhebung der Sperre werden die Kinder voraussichtlich nach Dösen in die Heil-und Pflegeanstalt verlegt. Wir bitten Sie, sich dann dorthin betr. Beurlaubung zu wenden. Das Befinden Irenes ist zufriedenstellend.“ Am 17. März werden die Kinder wie angekündigt per Sammeltransport nach Dösen verlegt. Am 9. Juni 1942 um 13 Uhr stirbt Irene in Leipzig-Dösen und wird auf dem Neuen Johannisfriedhof beigesetzt.